Mittwoch, 31. Oktober 2012

November - der Männermonat

Ja, ihr habt die Überschrift richtig gelesen. Der November heißt hier auch „No Shave November“ (es geht also darum, dass man(n) sich nicht rasiert …). Diejenigen Jungs, die daran teilnehmen, unterschreiben einen „Vertrag“ und müssen sich heute Abend zwischen 20:00 und 22:00 rasieren – danach dürfen sie sich erst am 01.12 wieder rasieren. Es gibt so einige Regeln, die zu beachten sind. Anscheinend beweist das Mitmachen, dass man ein richtiger Mann ist ... das übersteigt jetzt zwar mein Verständnis, aber egal ;)
Auf meinem Flur machen jedenfalls scheinbar recht viele Jungs (Verzeihung: ich meine natürlich "Männer") mit:

 
Dieser Monat könnte also interessant werden ;)
Ein weiteres Plakat auf unserem Flur finde ich allerdings auch sehr interessant. Es erklärt nämlich so einiges … es geht um Trainingshosen/Sweatpants – aber seht selbst:

 
Wobei ich zugeben muss, dass es inzwischen zur Normalität für mich geworden ist, in Sweatpants in die Mensa zu gehen (also nicht immer, aber halt immer öfter!). Das sollte ich mir vor der Rückkehr nach Deutschland am besten schleunigst wieder abgewöhnen :)
Wie im vorherigen Post versprochen, berichte ich noch kurz über das Halloween-Dinner in Esker: am Eingang wurde man von einer Person mit einer Axt in der Hand begrüßt … und die Mensa war ein bisschen dekoriert. Ansonsten gab es nix besonderes – dabei hatte ich so hohe Erwartungen vom letzten Mal! Da gab es nämlich lilafarbenes Kartoffelpüree (nicht, dass ich das gegessen hätte, da es mir hier auch nicht schmeckt, wenn es gelb ist – aber lustig hätte ich es schon gefunden). Damit ihr aber nicht auch „leer“ ausgeht, habe ich einen Halloween-Cookie und ein bisschen von der „Deko“ fotografiert ;)


 

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Halloween

Auch wenn Halloween eigentlich erst am 31. Oktober gefeiert wird, fangen die ganzen Kostümparties jetzt schon an. Einige der Internationals werden am Wochenende nach Madison fahren, um dort auf einem der größten Halloweenfeste zu feiern. Da ich Verkleiden im Generellen und Halloween im Speziellen sowieso nicht so wirklich mag, werde ich hier auf dem Campus bleiben (angesichts des vorhergesagten Wetters eine SEHR gute Idee!!). Trotzdem bin ich heute mehr oder weniger verkleidet zu der Kostümparty von IV gegangen. Da ich nicht bereit war Unmengen von Geld für ein „richtiges“ Kostüm auszugeben, hab ich aus einem Haarreif und schwarzen Papptellern (ja, ihr habt richtig gelesen: Pappteller! denn schwarze Pappe gab es nur als DIN A2 Bogen – das war dann doch ein bisschen zu groß für mein Vorhaben) sowie mit Hilfe eines Kajalstiftes ein Katzenkostüm kreiert … welches auch von anderen Studenten als solches erkannt wurde :)

Nach dem offiziellen Teil fing dann die Kostümparty an. Es gab (natürlich) einen Wettbewerb, wer das schönste Kostüm hat; ein Candycorn-Rennen (praktisch wie Eierlauf nur halt mit Candycorn = eine sehr, sehr, sehr süße Süßigkeit) und einen 2-Menschen-auf-Zeit-in-Klopapier-einwickeln Wettbewerb.

Das Candycorn-Rennen:
"Ist das unser Becher???"




Unsere Einwickel-Bemühungen:
Kurz vor dem Startschuss

nach Ablauf der Zeit

"Können wir endlich hier raus?!?"
Gewonnen hat allerdings diese Gruppe

Damit ist "mein" Halloween dann auch schon wieder vorbei und die Katzenohren dürfen sich auf gen Mülltonne machen ... am Mittwoch wird dann allerdings doch nochmal ein bisschen Halloweenstimmung aufkommen, wenn Esker (die Mensa auf meiner Seite des Campus) ein Halloween-Dinner veranstalten wird. Von diesem zweifelhaften Vergnügen werde ich dann demnächst bestimmt berichten.

Montag, 22. Oktober 2012

Homecoming Parade & Six Flags

So, jetzt ist die Homecoming-Woche vorbei.

Am Samstag gab es morgens eine Parade auf der Main Street durch Whitewater. Viele Studentenorganisationen haben ihre Wagen richtig aufwändig gestaltet! Da das Wetter zum Glück mitgespielt hat, waren auch richtig viele Zuschauer da. Die kleinen Kinder haben von den vorbeiziehenden Studenten Süßigkeiten bekommen und die Großeltern haben diese teilweise konfisziert und selbst gegessen :)
Ganz am Anfang der Parade wurden natürlich auch die amerikanische Flagge (plus noch die aus Wisconsin und die der Army) vom ROTC (Reserveoffizier-Ausbildungskorps) getragen.

So sah das Ganze dann aus:


Danach kamen dann die ganzen Studentenorganisationen etc.


Manchmal wurde es recht politisch ...

Es gab auch „alternative Fortbewegungsmittel“:


Nachdem die Parade vorbei war fand das Footballspiel statt, zu dem ich aber nicht hingegangen bin (habe auch nichts verpasst, da sie verloren haben).
Gestern war ich dann im „Six Flags – Great America“ in der Nähe von Chicago. Da ich Achterbahnen sehr sehr gerne mag, war das natürlich ein Ausflug zu dem ich nicht „Nein“ hatte sagen können ;)
Da wir recht spät losgefahren waren, hatten wir nicht sooo viel Zeit im Park und ich bin letztendlich nur auf 2 (!) Achterbahnen gewesen. Pro Achterbahn stand man zwischen 90 und 120 Minuten an … Eigentlich wäre ich noch auf einer dritten gewesen, aber nach dem Mittagessen hat mein Magen gestreikt und ich hab dann doch lieber ausgesetzt, während der Rest der Gruppe auf einer Achterbahn im Dunkeln war, die sich wohl nicht so wirklich gelohnt hat. In der Zeit hab ich mir im Park die ganzen verkleideten Angestellten angeguckt, deren Aufgabe es war so viele Leute wie möglich zu erschrecken.


Irgendwann hatte ich darauf keine Lust mehr und habe stattdessen das Kind in mir entdeckt und bin auf dem Riesenkarussell gefahren (natürlich auf dem oberen Stockwerk – wenn schon, denn schon!).

Der Park ist definitiv eine Reise wert, aber man sollte a) früh kommen und b) dann vllt. doch tiefer in die Tasche greifen und einen von diesen „Flash Pass“-Dingern kaufen, mit denen man an einem Großteil der Warteschlange einfach vorbeimaschieren darf. Ach ja, und es könnte c) auch nicht schaden, wenn man nicht an einem Sonntag hinfährt, wenn alle Welt dort ist …
Zum Glück haben wir uns direkt am Anfang bei der Achterbahn „Superman“ angestellt, denn dort war die Schlange nachher so richtig lang! Bei dieser Achterbahn sitzt man unter den Schienen und wird dann so „zurück-geklappt“, dass die Schienen praktisch über dem Rücken sind … also so:


Die andere Achterbahn war „Flight X“, bei der man neben den Schienen sitzt:

 
Ach ja, und das Karussell will ich euch natürlich nicht vorenthalten ;)

                                                 
 

Donnerstag, 18. Oktober 2012

So sehen Sieger aus ...

Unser Fenster hat doch tatsächlich in der Kategorie „Studentenorganisation“ gewonnen :)
Da sind die Rückenschmerzen gleich nur noch halb so schlimm …

Heute war die Variety Show – es gab Gesang, Tänze, Sketche und ganz viel „Gangnam Style“ (wer das Lied noch nicht kennt: es ist – meiner Meinung nach – das nervigste Lied des Jahres, und ihr habt nicht viel verpasst!! Allerdings ist es (leider) unter Amis seeeeehr beliebt … ich fürchte, dass es nicht lange dauern wird, bis es Deutschland erreicht; oder hat es das vielleicht sogar schon?!)

Hier mal ein paar Eindrücke vom Abend:
Diese beiden Damen haben uns als Moderatorinnen durch die Show geführt:

Diese netten Herren (von einer der Brüderschaften) haben auf die Melodie von „Call me maybe“ (ebenfalls sehr beliebt und definitiv weniger Folter für die Ohren als Gangnam Style) ein selbstgedichtetes Lied vorgetragen. Begleitet wurde der Gesang von dem äußerst professionellen Brüderschafts-Danceteam hinten links ;)
 
Ein Medley auf dem Klavier durfte natürlich auch nicht fehlen:


Lustig anzusehen, aber nicht ganz so treffsicher was die Töne anging, waren diese Herrschaften (das Thema der Gruppe war übrigens Peter Pan)

Super lustig - und mit ganz viel Applaus belohnt - war die Aufführung von der BSU (Black Student Union):

Und last but not least:
Darf ich vorstellen: Homecoming King und Queen 2012:
Insgesamt war es also ein gelungener Abend :)

Samstag, 13. Oktober 2012

Window Painting

Nächste Woche ist hier „Homecoming“ – das heißt, es wird ganz viele verschiedene Aktivitäten auf dem Campus geben, um die jetzigen sowie die ehemaligen Studenten hier in ihrem „zu Hause“ willkommen zu heißen. Der krönende Abschluss wird dann die Parade durch die Stadt mit dem anschließenden Footballspiel am Samstag sein.

Da wir hier in Amerika sind, wird natürlich aus allem ein Wettkampf gemacht. Die verschiedenen Studentenorganisationen, Wohnheime usw. treten gegeneinander in einer Reihe von Spielen an. Der Teil bei dem ich bereits mitgemacht habe, ist das sogenannte „window painting“ und da macht man auch genau das – ein Fenster anmalen. Das diesjährige Homecoming-Thema sind „Kinderbücher“. Deswegen ist auch mein Wohnheim mit den ganzen Harry Potter Sachen dekoriert … ich habe allerdings das Fenster von ISA (internationale Studentenorganisation) mit angemalt. Unser Buch ist „We’re different – we’re the same“ (Wir sind unterschiedlich – wir sind gleich) von der Sesamstraße. Nachdem jemand anderes schon das Design erstellt hatte, mussten wir „nur“ noch das Fenster anmalen. Gar nicht so einfach auf einem super niedrigen Tisch … außerdem darf man nur 3 Farben zur gleichen Zeit an seinem Tisch haben und hat 4 Stunden Zeit. Danach darf man nicht mehr weitermalen – egal ob man fertig geworden ist oder nicht! Als ich die Zeichnung sah, was wir auf das Fenster malen wollen, hab ich ja ehrlichgesagt gedacht, dass das niemals klappen wird (und schon gar nicht in 4 Stunden). Hat es aber natürlich doch :) Mit mir zusammen waren wir ca. 6 fleißige Mädels, die man jetzt daran erkennt, dass sie allesamt Rückenschmerzen haben ;)
Hier die (Hälfte der) Skizze

Und unser Endprodukt
(ok, es fehlt unten noch die 3 von der 30-yard Linie)

Und hier noch ein paar unserer Konkurrenten (wobei wir nur gegen die anderen Studentenorganisationen antreten und nicht etwa gegen die Wohnheime oder Fraternities)
Natürlich darf auch auf keinem der Fenster das Maskottchen „Willie the Warhawk“ fehlen :)
Das Wohnheim "Wells East" mit dem Buch "Peter Pan"

Fenster von einer der Sororities


Und so sah der Raum aus - inkl. abgedecktem Boden
 und der "Farbstation" in der Mitte

Ob sich die ganze Mühe gelohnt hat erfahren wir dann am Donnerstag. Denn dann ist die „Variety Show“, in der viele Organisationen kurze Sketche/Tänze vortragen und in der am Ende die Sieger der einzelnen Spiele gekrönt werden. Natürlich dürfen auch die Homecoming Queen und der Homecoming King nicht fehlen, die dann ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes „gekrönt“ werden (yep, das ist alles genau so wie in Hollywood Filmen – die machen doch tatsächlich richtig kleine Werbekampagnen mit Videos auf Facebook etc.!!!)

Mehr Eindrücke von der Homecoming-Woche gibt es dann im nächsten Post!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Es ist soweit ...

… ich mutiere zur Amerikanerin! Heute bin ich doch tatsächlich aus Bequemlichkeit in Sweatpants (auch als Jogginghose bekannt ;) ) in der Mensa gewesen … wobei sie zumindest noch schwarz war und „Whitewater“ draufstehen hat.
Ganz  im Gegensatz zu dem Verhalten von männlichen Studenten, die auch mit Krümelmonstermotiv (ja, ich meine wirklich das Krümelmonster aus der Sesamstraße!) in der Öffentlichkeit herumlaufen (soll heißen: auch in den Vorlesungen!!!). Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit ein Foto von einem solchen Prachtexemplar zu schießen, aber wenn mir das noch gelingen sollte, werde ich das Foto natürlich sofort „nachreichen“ :D

Heute hatte meine Mitbewohnerin Geburtstag, was bedeutet, dass ich schon so einiges an Kuchen intus habe :) Angenfangen haben wir mit "Apple Pie" um Mitternacht und aufgehört mit Schokotorte so gegen 22 Uhr. Ach ja, und ein minibisschen Rotwein (hier aus Wisconsin und laut Flasche mit Kirschgeschmack) hab ich auch getrunken – war gar nicht mal so schlecht (hat meiner Meinung nach nicht nach Kirsche geschmeckt, aber was soll’s).
Und die Teesaison habe ich auch eingeläutet. Amina und ich haben uns einen Wasserkocher gekauft und heute zum ersten Mal ausprobiert. Fazit: es hat sich gelohnt – das Wasser verliert durch das Erhitzen diesen unheimlich unschönen (man könnte glatt sagen „unappetitlichen“) Geschmack nach Chlor oder was auch immer das ist, was da so komisch schmeckt.

Zum Glück habe ich meinen Lieblingstee aus Deutschland mitgebracht, denn die Auswahl hier haut mich nicht so wirklich vom Hocker … jedenfalls ist so eine Tasse Tee genau das Richtige bei dem Herbstwetter!

 

Samstag, 6. Oktober 2012

Herbst Wunderland

meine Lieblingsjahreszeit ist da!

Die Bäume auf dem Campus leuchten in den schönsten Farben und es ist deutlich kälter geworden.


Seit Mittwoch sind meine Eltern zu Besuch hier in Whitewater. Am Freitag waren wir dann zusammen in einer Outlet Mall shoppen – ich fand’s klasse :) Da an diesem Wochenende der „Columbus Day“ gefeiert wird, gibt es unglaublich viele Rabatte. Das haben wir natürlich voll ausgenutzt und ich habe mir z.B. richtig kuschelig warme Winterstiefel gekauft. Die werde ich auch bitter nötig haben, sobald es Winter wird …

Heute waren wir dann in Madison, der Hauptstadt von Wisconsin. Dort pfiff der Wind nur so durch die Gassen und es war doch recht kühl.
Wir waren am und im Kapitol und sind auch einmal drumherum gelaufen, um uns den „Farmer’s Market“ anzugucken. Dort gab es Bio-Produkte von den Bauern aus dem Umland – das sah alles richtig lecker & gesund aus :)
 


Später haben wir noch eine kleine Friedensdemonstration gesehen – die sahen schon irgendwie alle dem Vorurteil entsprechend aus … und dann fingen sie auch noch an zu singen; das war schon irgendwie ne einmalige Erfahrung. Abends hab ich sogar kurz etwas darüber in den Nachrichten gesehen!
Außerdem waren ca. 90% der Leute rot gekleidet, da die „Badgers“ (Footballmannschaft der Uni in Madison) gespielt haben, und das dort die Uni-Farbe ist. Wie schon mal in einem früheren Post erwähnt: hier identifiziert man sich noch wirklich mit seiner Uni!

Ansonsten sind wir noch die "State Street" entlanggelaufen und haben uns zwischendurch an einem heißen Kakao aufgewärmt.

Auf dem Rückweg ging es dann noch zu einem Burger-Restaurant namens "Red Robin". Aus lauter Gewohnheit fragte ich nach einem Tisch für 4 Personen ... bis mir auffiel, dass meine Schwester ja gar nicht hier ist ;)
Das Essen war jedenfalls sehr amerikanisch und nicht gerade zu wenig ...