Samstag, 29. September 2012

Spaß und Arbeit

fangen wir mal mit dem „Spaß“ an:

am Donnerstag haben wir nach IV eine Art „Fotoschnitzeljagd“ gemacht. Wir hatten eine halbe Stunde lang Zeit, um 12 verschiedene Aufgaben zu erfüllen & zu fotografieren. Hier mal einige Einblicke:
Aufgabe: ein Bild mit jemand Unbekanntem machen,
und es so gestalten, als ob er/sie ein Promi sei ...

Aufgabe: Planking
Gestern waren wir dann mal wieder bei Walmart :) bei dem super tollen Wetter und den sich langsam färbenden Blättern war es ein toller „Spaziergang“ dort hin!

Da wir einen Pizza & Film Abend geplant hatten, wollten wir unter anderem auch ein Sechserpack Smirnoff Ice kaufen – wie sich herausstellte, war das gar nicht so einfach!
Alkohol gibt es zwar in einem ganz normalen Gang innerhalb des Geschäfts, aber an der Kasse wird man dann nach seinem Ausweis gefragt. Dass auch alle anderen, die offensichtlich zur Gruppe gehören, nach ihrem Ausweis gefragt werden ist auch noch normal. Aber da hörte es dann auch auf – wir waren 2 Deutsche und eine Finnin, wobei Lea auch einen Ausweis hier aus Wisconsin hat. Sie hatte den Alkohol in ihrem Wagen und wurde als Erste nach der ID gefragt. Dann kamen Anni und ich dran und wir hatten logischerweise unsere europäischen Ausweise dabei. Wie sich herausstellte darf man neuerdings aber nur noch mit amerikanischen Ausweisen Alkohol kaufen, weil man bei den europäischen ja nicht sicher sein kann, ob sie echt sind … ahaaaaa, weil so ein Walmartangestellter bei nem Ami-Ausweis SOFORT sieht, ob es ne Fälschung ist oder nicht … als ob!! Interessanterweise gibt es diese Regel bei dem Geschäft nebenan (Sentry) nicht – ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage vorher, dass der Alkoholabsatz bei Sentry steigen, und der bei Walmart sinken wird …

Dieses eine Mal hat der Walmartverkäufer dann aber ein Auge zugedrückt und uns das Zeug doch verkauft.
Abends haben wir dann 3 riesige Pizzen bei Pizza Hut bestellt

Wir haben so einige neidische Blicke von vorbeilaufenden Studenten geerntet :)
Anschließend haben wir einen Film geguckt und sind danach noch ins Kino – das übernächste Mal muss ich nichts bezahlen, weil ich dann 5 Stanzlöcher in meiner „Treuekarte“ (oder wie auch immer man es nennen möchte) habe. Irgendwie hat es sich zur Gewohnheit entwickelt, jede Woche ins Kino zu gehen … aber bei $1 Eintritt ist das wohl verständlich.

Auch wenn das alles nach sehr viel Spaß und Freizeit klingt, ist Studieren in den USA wirklich zeitaufwendig! Ich habe bisher für meine 3 Kurse schon 3 Online Quizzes geschrieben, 3 längere plus 2 kürzere Hausaufgaben abgegeben, 1 Präsentation gehalten, die andere zumindest schon vorbereitet und bereits über 10 Kapitel (je ca. 25 – 30 Seiten) gelesen & zusammengefasst – und wir haben gerade mal 4 Wochen Uni hinter uns … ach und nächste Woche kommt schon die erste Klausur auf mich zu. Wir haben also wirklich nicht nur ne „tolle Zeit“, sondern haben auch einiges für die Uni zu tun!
Daher werde ich mich nun zurück an die Arbeit begeben …

Montag, 24. September 2012

Kultur pur!

Typisch, das nächste Footballspiel haben die Warhawks natürlich mit 34 zu 7 gewonnen … und wer war nicht dabei? Richtig: ich!

Dafür habe ich andere Sachen erlebt: zum Beispiel zum ersten Mal ein „root beer float“ getrunken. Root Beer hat nichts mit „echtem“ Bier zu tun, sondern ist ein klebrig süßes (nichtalkoholisches) Getränk, welches Europäer zu 90% nicht mögen. Es schmeckt nämlich irgendwie ein bisschen wie Hustensaft - Amerikaner stehen allerdings voll auf dieses Getränk. Das besondere an dem root beer float ist, dass zusätzlich zum root beer eine Kugel Vanilleeis in den Becher kommt. Das reagiert dann irgendwie chemisch und es schäumt ganz schön :) (die Formel für die Reaktion kann ich allerdings trotz Chemie-Leistungskurs leider nicht aufstellen …)

 
Mein nächstes kulturelles Highlight dauerte über 1 Stunde und fand auf youtube statt … für eine Präsentation in einem meiner Kurse brauche ich Videomaterial, welches irgendetwas (typisch) deutsches zeigt, nicht zu lange dauert und auch für Leute verständlich ist, die kein deutsch sprechen. Was gibt es da besseres, als das ohnehin Bayern-lastige Bild des Deutschen noch zu verstärken, in dem man ein Video von Schuhplattlern zeigt :P also habe ich mir über 1 Stunde lang verschiedene Clips reingezogen und versucht einen Ausschnitt zu finden, bei dem ich nicht vor Lachen vom Bett falle – gar nicht so einfach! Inzwischen bin ich jedoch fündig geworden und schaffe es bei dem betreffenden Video lediglich zu schmunzeln. 
Unglaublich nerviger Nebeneffekt der ganzen Aktion: ich habe dauernd einen Ohrwurm von bayrischer Volksmusik …

Von Amerika über Deutschland geht es weiter nach Saudi Arabien. Heute war „Saudi National Day“ und die saudische Studentenorganisation hat in einem Saal im University Center alle möglichen Sachen ausgestellt, es wurde gesungen und leckeres Essen gab es auch. Ach, und ich bin nun stolze Besitzerin eines Tattoos – allerdings ist es nur aus Henna und wird spätestens in 1 Woche nicht mehr zu sehen sein …

Amina (meine Mitbewohnerin) und ich mit traditionellem Kopfschmuck

Das Brot war der Hammer!!!

 

Donnerstag, 20. September 2012

Sprechende Ampeln - oder: zu Fuß unterwegs in Amerika

Man ist schon irgendwie ein Exot, wenn man mit seinen Walmart-Tüten die Main Street entlang wandert …
Walmart ist ca. 15-20 Gehminuten von unserem Dorm entfernt – ohne Auto ist das für die meisten Amerikaner eine scheinbar unüberbrückbare Entfernung! Deswegen erntet man schon mal ungläubige Blicke, wenn man sagt, dass man gleich zu Walmart GEHT.

Generell ist „Walmart“ ein interessantes Phänomen – es kann z.B. durchaus auch mal die Antwort auf die Frage „Und, was hast du gestern so gemacht?“ sein :) Wenn sonst nichts los ist, dann wird selbst „einkaufen“ zum Erlebnis (es ist halt die „Walmart Experience“).


Und nicht nur Walmart selbst ist immer eine Reise wert – hier ist manchmal auch der Weg das Ziel … zum Einen gibt es da die sprechenden Ampeln:

 
Bei diesem wundervollen Exemplar ertönt zum Beispiel währen der Rotphase ein recht unfreundliches/herrisches „Please wait!“, sobald man auf den Knopf gedrückt hat.
Was genau bei „grün“ gesagt wird weiß ich nicht, da ich jedes Mal froh bin, wenn ich dieser Stimme entkomme (und doch bin ich deutsch genug, immer wieder diesen blöden Knopf zu drücken und tatsächlich auf Grün zu warten … eine Dummheit, die die meisten Amis nicht begehen)

Des Weiteren kann man auf dem Weg auch Häuser von Promis sehen … als solche scheinen sich Footballspieler jedenfalls selber zu sehen – oder wie würdet ihr das folgende Schild im Vorgarten eines Hauses sonst erklären???

Und dann gibt es da noch die Fraternity & Sorority Häuser:


Um Mitglied bei den „Greeks“ (Sammelbegriff für Frats und Sororities) zu werden, sollte man jedoch bereit sein tiiiieeeef in die Tasche zu greifen! Im ersten Semester liegt der Mitgliedsbeitrag bei schlappen $400!!
Da ist es dann doch billiger wenn man, wie ich, einfach auf die griechischen Buchstaben verzichtet, und sich einer „normalen“ Studentenorganisation anschließt!

Momentan gehe ich z.B. zu ISA (International Student Association), German Club, IV (InterVarsity) und einer Kleingruppe von IV … ich bin also gut beschäftigt und lerne dauernd neue Leute kennen :)
Alternativ kann man auch Freundschaften mit Eichhörnchen schließen - davon gibt es gefühlte 1.000 auf und um den Campus herum:
 

Samstag, 15. September 2012

Fondue und Football

Hier in Whitewater heißt der Donnerstag „Thirsty Thursday“, weil an diesem Abend viele Studenten in die Bars gehen und einen (über den Durst) trinken …

Im Gegensatz dazu haben wir etwas viel schöneres ins Leben gerufen: den „Fondue Friday“! Laura (Australien) hat sich ein Schoko-Fondue-Set bei Walmart gekauft, welches wir gestern direkt mal ausprobiert haben :)
Das war so gut, dass wir beschlossen haben, das nun regelmäßig „auszuprobieren“ ;)



Abgerundet haben wir den Abend dann im Kino mit „Men in Black 3“. Ich habe zwar weder Teil 1 noch Teil 2 gesehen, aber es war trotzdem ganz nett … also so nett ein Film mit Aliens halt sein kann :P

Heute war das erste Footballheimspiel der Warhawks. Auch wenn ich kein großer Fan des American Football bin, ist das erste Heimspiel natürlich Pflicht! Es gab das übliche Brimborium inklusive Fahnen reintragen, Nationalhymne, Maskottchen, Cheerleader & Danceteam.  Witzig war allerdings, dass einer der Spieler am Spielfeldrand die Menge deutlich besser animiert hat, als die Cheerleader …vielleicht sollte er seine Karriere nochmal überdenken?



Bis 30 Sekunden vor Schluss sah es mit 6 – 0 richtig gut aus … blöd nur, dass in den restlichen 30 Sekunden ein Touchdown auf der falschen Seite stattfand und das Spiel mit 6 – 7 endete!
Ich habe also 2 Stunden und 45 Minuten in der glühenden Sonne verbracht, nur damit der Sieg innerhalb der letzen Minute dann doch noch in eine Niederlage verwandelt wird! Und die Wahrscheinlichkeit war nicht nur den verbleibenden Minuten nach zu urteilen sehr sehr gering, nein auch 47 Siege in Folge ließen doch irgendwie hoffen, dass das heute ein Erfolg werden würde. Zudem sind die Warhawks in den letzten 3 Jahren National Champions in ihrer Division gewesen!!  Na ja, andererseits kommt den armen Spielern aus New York dann die Heimreise im BUS vielleicht nicht so lange vor, wenn sie sich über den Sieg freuen können ;)

Es war jedenfalls ein interessantes Spektakel und man muss so etwas einfach mal erlebten haben!


 

Mittwoch, 12. September 2012

Erdkunde für Anfänger

Heute fand die große „Involvement Fair“ statt, bei der sich alle möglichen Studentenorganisationen vorstellen. Davon gibt es hier wirklich unheimlich viele! Vom „Admira la musica de las Americas“-Club über den German Club bis hin zum „Zumba with Warhawks“ ist alles vertreten!

 
Schon in den ersten Tagen fängt hier das sogenannte „chalking“ an, bei dem Studentenorganisationen auf sich und ihre Aktivitäten aufmerksam machen, in dem sie in grellen Farben und großen Buchstaben mit Kreide auf die Gehwege schreiben:
Heute gab es dann vor dem University Center (UC) Tische mit Infomaterial über die einzelnen Gruppen.

Ganz besonders spaßig war es, als wir zu dem Tisch der „Geography Association“ gegangen sind. Die hatten auf ihrem Tisch nämlich eine Weltkarte, auf der allerdings nur die Umrisse der Kontinente aufgezeichnet waren, und nicht etwa die einzelnen Länder. Tja, da haben wir doch einfach mal gefragt, wo genau denn Deutschland liege … Neuigkeit des Tages: Deutschland rutscht in südwestliche Richtung und ersetzt Frankreich :) Aber immerhin liegt es weiterhin innerhalb von Europa …

In einem Raum innerhalb des UC war dann die „Study Abroad Fair“, wo amerikanische Studenten sich über die Möglichkeit eines Auslandaufenthalts informieren konnten.
Zunächst haben wir den Deutschprofessor der Uni kennengelernt und einen amerikanischen Studenten, der ein Semester in Kassel verbracht hat.
Da an jedem Tisch vorne ein Schild mit dem Landesnamen hing, konnte man ganz klar sehen, wenn Leute ihren Blick eine Millisekunde über das Wort „Germany“ schweifen ließen, und dann schnell weiter zum „Australia“-Tisch gingen (dort hörte man das Wörtchen „beach“ recht häufig … damit konnten wir leider beim besten Willen nicht dienen). Trotzdem gab es ein paar interessierte Studenten, die wir mit ganz viel Infomaterial versorgen konnten :)


Zum Abschluss noch ein kleiner Eindruck vom Jahrestag des 11. September auf dem Campus in Whitewater (die Flagge auf Halbmast hab ich jetzt mal nicht fotografiert):



 

Mittwoch, 5. September 2012

Anwesenheitspflicht, Hausaufgaben und jede Menge Tests …

… das sind die Dinge, die jedem deutschen Studenten an einem amerikanischen College sofort auffallen werden. Dadurch kommt es einem ein bisschen so vor, als wäre man zurück in der Schule!

Und wenn man dann auch noch alle Kurse in einem der „normalen“ Gebäude hat (im Gegensatz zu dem Business Gebäude, welches viel moderner ist als alle anderen), dann fühlt man sich bei folgendem Anblick doch wirklich wie auf einer High School:
 
Als meine Dozentin dann High School Musical 3 erwähnte, hab ich echt nur noch auf Zac Efron gewartet, der singend in den Hörsaal „getanzt“ kommt ;)
In meinen beiden Präsenzkursen bin ich die einzige Masterstudentin, da der Kurs sowohl für Bachelor-, als auch für Masterstudenten ist. Der Unterschied besteht darin, dass ich dann noch eine Extraleistung erbringen muss … das ändert aber natürlich nichts am Schwierigkeitsgrad des Inhalts und der Klausuren.

Nicht nur die Ausstattung erinnert an High School Zeiten; auch die Kennenlernrunde in meinem ersten Kurs war doch recht … anders. Eine Art „Ich-packe-meinen-Koffer“ aber mit Namen plus Adjektiv mit dem jeweiligen ersten Buchstaben. Zum Glück saß ich recht weit „vorne“ in der Runde, und musste mir nur joyful Jessica, amazing Alicia, awesome Amber und runner (Adjektiv???) Ryan merken (und selbst das war nicht ganz so einfach, wenn man währenddessen krampfhaft nach einem Adjektiv mit „L“ sucht, das nicht negativ behaftet ist).
Mein Online-Kurs ist im Gegensatz dazu nur für Masterstudenten und es gibt aus offensichtlichen Gründen auch keine Kennenlernspielchen. Dafür ist das erste Quiz schon am 10.September und die erste Hausaufgabe muss dann auch eingereicht werden.

Es sieht also so aus, als würde ich (trotz der geringen Anzahl an Kursen) einiges zu tun bekommen.
Morgen geht es allerdings erst mal ins Uni-eigene Kino. Als Student zahlt man nur $1 Eintritt - da kann man sich die „Hungergames“ auch zum 3. Mal angucken :)

Samstag, 1. September 2012

Club U Dub Dub

Seit Mittwoch ist der Campus richtig voll von Studenten.
Hier gibt es einen offiziellen „Move-in Day“, der wirklich ein Spektakel ist! Allein in meinen Teil des Gebäudes werden an diesem Tag wohl so um die 500 Studenten eingezogen sein – und das bei 2(!) Aufzügen. Vielen Familien waren die Warteschlangen davor dann doch zu lang, und so wurden Sofas, Fernseher und Co. bei über 32°C einfach mal 8 oder 9 Stockwerke hoch geschleppt.

Am Donnerstag gab es dann das große Event namens „Club U Dub Dub“ (U Dub Dub ist die liebevolle Abkürzung von „UWW“, da es ja die University of Wisconsin – Whitewater ist). Dieses Event ist speziell für Erstis und „Transfers“ (also diejenigen Studenten, die von anderen Unis hierher gewechselt haben).
Im Gegensatz zu deutschen Studenten haben amerikanische Studenten oft den sogenannten „School Spirit“, d.h. sie identifizieren sich wirklich mit ihrer Uni. In diesem Fall laufen alle in den Uni-Farben herum (Lila & Weiß – und ja, auch die Jungs tragen Lila!) und es gibt ein großes Fest.
Das Beste kommt aber am Abend: zuerst versammeln sich die einzelnen Teams/Clubs und versuchen, sich so „purple“ wie möglich zu kleiden/schmücken, dann geht es Richtung Football-Stadion. Dort läuft jeder Student einzeln durch einen Tunnel aus Studenten ein (das ganze wird auf dem großen Bildschirm im Stadion übertragen). Dann zeigt das Dance Team seine neue Routine, der Kanzler der Uni spricht ein paar Worte, die Marchingband spielt und es ist einfach seeeehr amerikanisch :)

 

 
Anschließend wird der „Warhawk Drive“, der zum Stadion führt, von den Studenten lila gestrichen. Zu diesem Zeitpunkt dürfen sich die neuen Studenten „Warhawks“ nennen, d.h. sie gehören nun richtig dazu (der Warhawk ist das Maskottchen der Uni).